Psalm 87 – Die Stadt Gottes

Hmpf – also mit diesem Psalm kann ich wenig anfangen. Er scheint auch von der Auslegung her nicht ganz einfach zu sein, manche Aussagen bleiben rätselhaft. Es geht auf jeden Fall um Jerusalem, das als Stadt Gottes bezeichnet wird und das von Gott besonders geliebt wird. Evtl. wird in den V.4-5 gesagt, dass alle die zu Gott gehören in Jerusalem „geboren“ sind, also so etwas wie ein Bürgerrecht in Jerusalem haben.

Sicher spielt Jerusalem in der Bibel ein große Rolle. Und noch im Neuen Testament wird in der Johannesoffenbarung Gottes endzeitliche Neuschöpfung im Bild vom neuen Jerusalem (Offb. 21,2.10) beschrieben. Aber für mich ist das mehr ein Symbol als ein handfester geographischer Ort. Oder gibt es tatsächlich Orte an denen Gott näher ist, als an anderen Orten? Manche christliche Israel-Fans sind ja heute noch auf ähnliche Weise von der besonderen „Heiligkeit“ Israels und Jerusalems überzeugt.

Schon im Alten Testament wurde diese Ansicht auch kritisch gesehen. Jes. 66,1: „Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte?“ Und Jesus sagt uns in Joh. 4,20-24 dass für die Anbetung Gottes nicht ein bestimmter Ort wichtig ist, sondern dass die Anbetung im Geist und in der Wahrheit geschehen soll. Gott sollte nicht in Jerusalem im Tempel wohnen, sondern in unserem Herzen. Wir selbst sind der Tempel Gottes (1. Kor. 3,16).
Bibeltext

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4 Gedanken zu „Psalm 87 – Die Stadt Gottes“

  1. moin!

    ja, diese Denke war mir auch lange fremd und klar – Angebetet wird überall und im Geist, aber irgend was Besonderes ist das schon mit Jerusalem…
    villt. sollte man mal hinfahren und nachschauen 😉 ..

  2. Tja, heilige Orte…. wir haben jetzt zum zweiten Mal 24/7 Gebet gemacht und der Raum schien sich auch im Laufe der Woche durch das Gebet, äh, aufzuladen. Manche Kirchen – aber die wenigsten – haben diese, man verzeihe diesen Ausflug in die Esoterik – Aura…. erklären kann man das nicht, denn theologisch würde ich auch sagen: im Geist wird angebetet.

  3. Mmhm, vielleicht sollten wir nicht nach Jerusalem pilgern sondern zu Christof… 😉

    Aber jetzt mal ernst: Ich kann mir schon vorstellen, dass die Gebete der Heiligen auch einen Ort in gewissen Sinn „heiligen“ können. Da gibt es sicher manches, was wir nicht so unmittelbar verstehen und theologisch beschreiben können.
    Problematisch wird’s halt dann, wenn wir daraus irgendwelche Wallfahrtsorte machen und mehr mit der Macht des Ortes, als mit der Macht Gottes rechnen.

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