Psalm 86 – Weise mir deinen Weg

Dem Beter geht es dreckig: „Ich elend und arm“ (V.1). Und was tut er? Er schaut auf den großen, guten und gnädigen Gott. Durch den ganzen Psalm hindurch unterbricht er immer wieder seine Bitten und hält sich Gottes Wesen vor Augen (V.5.8.10.15). Und schon bevor sein Gebet erhört wurde, dankt er Gott dafür, dass er ihn aus Todesgefahr erettet hat: „Du hast mich errettet aus der Tiefe des Todes.“ (V.13)

Starke Sache! Nicht im Selbstmitleid versinken, oder nur über die böse Welt und die bösen Menschen schimpfen… Nein, auf Gott schauen. Sich klar machen, dass er stärker ist als all mein Elend. Darauf vertrauen, dass er hilft. Und zugleich wissen: Ich darf mit meinem Elend und mit meiner Bitte zu ihm kommen.

Zu Vers 11 noch ein schönes Erlebnis: „Weise mir, Herr, deinen Weg.“ Ich war zu Besuch bei einer älteren Dame und sie berichtete aus ihrem Leben. Voller Begeisterung erzählte sie von einem bestimmten Ort und ich fragte: „Da war es schön? Da hat es ihnen gefallen, oder?“ Ein ganz kurzen Augenblick schaute sie etwas verwundert und meinte dann nur: „Der Herr hat mich dorthin geführt!“

Und mir wurde mit einem Schlag klar: Sie hat ihr Leben nicht an der Frage ausgerichtet, was ihr gefällt, was schön und was angenehm ist, sondern an der Frage, wo Gott sie hinführt. Das tolle bei dieser Frau ist, dass sie trotzdem (oder besser gesagt: gerade deswegen!!!) ein erfülltes, schönes, zufriedenes Leben hatte und auch jetzt im hohen Alter ist sie einfach fröhlich und zufrieden.
Bibeltext

Psalm 86 – Weise mir deinen Weg
5 (100%) 1 vote

3 Gedanken zu „Psalm 86 – Weise mir deinen Weg“

  1. Tjaha, spannende Frage, wohin Gott einen führt. Immerhin hat er einem ja auch Geschmack und Vorlieben mit in die Wiege gelegt… wenn ich also als Stadtmensch auf ein Kaff geführt würde, dass 500 Kilometer vom nächsten kulturellen Zentrum entfernt wäre, dann hätte ich schon sehr zu leiden…;-) Wie gut, dass Gott gnädig ist und so was berücksichtigt… gibt ja auch die andere Schiene: wenn Gott mich führt, dann muss es weh tun und dahin gehen, wohin ich am wenigsten will…. komisches Gottesbild.

    1. Ja, muss für Gott manchmal ganz schön frustrierend sein, wenn manche immer da hin rennen wo’s weh tut und wo sie gar nicht hinpassen ;).
      Das schöne bei dieser Frau ist, dass sie sich darüber gar nicht den Kopf zerbrochen hat. Für sie ist gehört das ganz selbstverständlich zusammen: Gott hat sie so geführt, wie es ihren Gaben und Vorlieben entspricht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.