Psalm 84 – Tausend zu eins

„Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.“ (V.11) Naja, ich weiß nicht. Ich könnt mir schon 1000 Tage vorstellen, an denen ich viele schöne Dinge machen könnte, anstatt einen Tag in den Vorhöfen des Jerusalemer Tempels herum zu hängen… Ist diese Aussage wirklich ernst gemeint und kann der Beter das von Herzen sagen? Ich hab bei den Psalmen immer wieder das Gefühl, dass da manchmal doch etwas übertrieben wird. Dass da im Überschwang des Lobpreises, so manches mal die Bodenhaftung verloren geht.

Wie ist das, wenn man etwas selbstkritischer, vorsichtiger und bodenständiger ist – kann man dann überhaupt so richtig Beten? Muss man vielleicht im Gebet alles etwas übertreiben, weil wir solch einen großartigen Gott haben, der alle menschlichen Möglichkeiten übersteigt? Liegt es an der hebräischen Mentalität, in der die Gefühle stärker noch oben und nach unten ausschlagen als bei mir unterkühltem Westeuropäer? Oder hab ich einfach zu wenig Leidenschaft im Glauben und zu wenig echte Sehnsucht nach Gott?
Bibeltext

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