Psalm 81 – Ich würd ja gern…

„Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht. So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat.“ (V.12-13)

Eine geniale Umschreibung dessen, was geschieht, wenn Menschen verstockt sind. Verstockung heißt nicht, dass Gott ein Herz hart macht und dieser Mensch dann deswegen gar nicht mehr glauben kann, sondern Verstockung ist ein Ineinander von menschlichem und göttlichem Wirken: Der Mensch will nicht glauben, er will Gott nicht mehr und Gott lässt dem Menschen seinen Willen, er gibt ihn dahin. Und so sind beide irgendwie beteiligt an der Verstockung.

Verstockung kann ja auch – wenn sie falsch verstanden wird – schnell zu einer billigen Ausrede werden: „Ich würd ja gern glauben, wenn ich nur könnte.“ Damit schiebt man die Verantwortung von sich weg und sagt, dass Gott einem halt keinen Glauben schenkt, dass er einen verstockt und dass man deswegen gar nicht glauben kann. Gott scheint dagegen davon auszugehen, dass man auch mit verstocktem Herzen noch die Chance hat auf ihn zu hören: „Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Israel, du sollst mich hören!“ (V.9)
Bibeltext

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