Psalm 78 – Von den Alten lernen

Ein Psalm, der auf die Geschichte Israels zurückblickt. Beeindruckend fand ich, dass hier nichts schön geredet wird. Ziemlich hart wird mit den Vorfahren ins Gericht gegangen. Da werden nicht vergangene, goldene Zeiten gerühmt. Da wird nicht behauptet, dass die Moral früher viel besser war und dass die heutige Jugend sich so schlecht verhält. Nein, sehr selbstkritisch und realistisch werden die Ereignisse der Vergangenheit der neuen Generation weiter erzählt. Sie sollen daraus lernen und nicht dieselben Fehler machen wir ihre „Väter“.

Gerade als Deutsche können wir von diesem Umgang mit Geschichte lernen. Die Alten können lernen, die Geschichte nicht schön zu färben und zu verharmlosen. Die Jüngeren können lernen, aufmerksam zuhören und dann selbst dafür sorgen, dass sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.
Bibeltext

Psalm 78 – Von den Alten lernen
3 (60%) 5 votes

2 Gedanken zu „Psalm 78 – Von den Alten lernen“

  1. Och, nicht nur als Deutsche, sondern generell im christlichen Bereich scheint es schwierig zu sein, konstruktiv und kritisch vergangene Entwicklungen zu beleuchten und dann auch Fehler beim Namen zu nennen. Das muss irgendwie immer unter dem Deckmantel der Liebe formuliert und weichgespült werden. Letztlich steckt dahinter falscher Stolz, denn bitte: wer baut keinen Bockmist, auch als Christ. Da bricht sich keiner und auch keine Gemeinde einen Zacken aus der Krone, das sachlich einzugestehen…

    1. Ja, konstruktive (Selbst)Kritik ist gar nicht so leicht. Das Schlimme bei der Kritik an anderen ist ja: vorne herum gibt es die weichgespülte und „liebevoll“ Kritik, aber hintenrum brodelt es dann doch hoch und es wird gelästert, gemobbt und knallhart kritisiert.
      Am besten (aber auch risikoreichsten) scheint es zu sein, bei der Kritik bei sich selbst anzufangen und damit „Freiräume“ für das Zugeben von Fehlern und Versagen zu schaffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.