Psalm 77 – Starke Worte

Wow! Ganz schön provozierend dieser Psalm! Mit ziemlich starken Worten klagt der Beter Gott an. Aber mit starken Worten findet er dann zum Lob Gottes. Das klingt auf der einen Seite ganz schön vorwurfsvoll und verbittert: „Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? Ich sprach: Darunter leide ich, daß die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.“ (V.10f)

Auf der anderen Seite preist der Beter dann recht unvermittelt Gott: „Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist? Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.“ (V.14f) Und auch in V.17-21 wird Gottes einmalige und wunderbare Größe und Macht beschrieben.

Das ist doch sehr interessant: Der Beter sieht nichts von Gottes Macht und Eingreifen. Er verzweifelt, weil Gott scheinbar vergessen hat, gnädig zu sein. Und was tut er dann? Er preist Gottes Macht. Er lobt Gott genau für das, was er selbst gerade an ihm vermisst, was er nicht an ihm sieht. Starke Sache, wie er da mit seinen Problemen umgeht: Von starken Worten der Klage hin zu starken Worten des Lobes.
Bibeltext

Psalm 77 – Starke Worte
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