Psalm 76 – Furchtbarer Gott

Drei mal wird Gott in diesem Psalm als „furchtbar“ bezeichnet (V.8.12.13). Natürlich ist uns sofort klar, dass es hier nicht um eine erschreckende und angsteinflössende Furcht geht, sondern um die Ehrfurcht. Und natürlich ist es falsch und schrecklich, wenn Menschen im Namen Gottes Angst gemacht wird, um sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Glaube soll nicht Angst machen, sondern von Angst und Furcht befreien. Mit diesen Gedanken können wir uns dann wieder entspannt zurück lehnen und uns in Gottes barmherziger Liebe sonnen… 😉

Aber sind wir nicht manchmal zu schnell dabei, die „Furcht“ aus unserem Glauben zu streichen? Auch in der Ehrfurcht steckt noch die Furcht drin. Wo bleibt das erschrockene Staunen über Gott, der so mächtig und unbegreiflich ist, dass es fast schon unheimlich ist? Wo bleibt das Kribbeln in der Begegnung mit dem Geheimnisvollen und Göttlichen? Wo bleibt das aufgeregte Zittern, wenn wir vor dem König der Welt stehen? Mir fällt dazu ein christliches Kinderlied ein: „Aber der Herr ist immer noch größer, größer als ich denken kann.“ – Ich hab Gott nie „im Griff“. Ich kann ihn nicht klein falten mit meiner menschlichen Theologen-Logik. Er bleibt immer ein Stück weit größer. Und er bleibt immer auch ein Stück weit „furchtbar“.
Bibeltext

Psalm 76 – Furchtbarer Gott
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