Psalm 75 – Gerichtsdrohungen

Ob das damals funktioniert hat? Der Beter richtet sich an „Gottlose“ und fordert sie auf: „Pocht nicht auch Gewalt!“ (V.5) Er versucht sie mit dem Argument zu überzeugen, dass Gott Richter ist (V.8) und dass er, wenn die Zeit gekommen ist (V.3) einmal alle richten wird – die einen werden bestraft und die anderen belohnt. Ob die Gewalttäter von damals das beeindruckt hat und sie ihr Leben geändert haben?

Wenn man das heute irgendwelchen Brutalo-Schläger oder hinterhältigen Abzockern sagen würde, dann hätte man auf jeden Fall keinen großen Erfolg. Den Leuten mit dem Gericht Gottes zu drohen, zieht heute einfach nicht mehr. Während man den Menschen z.B. im Mittelalter damit richtig Angst machen konnte, juckt dieser Gedanke heute kaum noch jemand.

Für mich ist der Gedanke vom Gericht Gottes auch weniger etwas, mit dem wir Angst und Schrecken verbreiten sollten, sondern es ist eher die Gewissheit, dass Gott einmal Gerechtigkeit herstellen wird. Was das genau heißt und wie das geschieht, das kann ich getrost ihm überlassen. Ich denke auch für den Beter damals war der Gedanke ans Gericht nicht angst machend, sondern hoffnungsvoll: Die Bosheit mancher Menschen wird nicht das letzte Wort sein. Gott wird den Unterdrückten und Leidenden einmal zum Recht verhelfen.
Bibeltext

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