Psalm 52 – Worte als Waffe

Für manches Mundwerk bräuchte man einen Waffenschein! In Psalm 52 geht es um einen Tyrannen und Gewalttäter. Interessant ist, wie er diese Gewalt ausübt: Er tyrannisiert nicht mit offensichtlicher, körperlicher Gewalt, sondern durch Worte: „Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser… Du redest gerne alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge.“ (V.4-6)

Als aufgeklärte Westeuropäer sind wir zurecht entsetzt, wenn wir mal wieder in der Zeitung von körperlicher Gewalt lesen, wenn wir mal wieder hören, wie manche Chaoten sinnlos und gehirnlos andere Leute zusammen prügeln. Und wir schütteln angewidert den Kopf. Wir fordern zurecht Waffenverbote – aber wie sieht es mit einer der schärfsten und vernichtendsten Waffe der Welt aus? Der Zunge?

Damit können wir – auch wir Christen, in unseren ach so freundlichen und netten Gemeinden – so manche Wunde in eine Seele schlagen, die nicht so schnell verheilen, wie eine körperliche Wunde. So manche Seelennarbe schlagen wir mit unseren Worten und sind es uns manchmal gar nicht mal bewusst. Wie schnell rutscht ein unbedachtes Wort über die Lippen und wir können es dann nicht mehr zurück nehmen.

Aber wenn Worte töten und verletzen können, dann können sie auch das Gegenteil: Leben schenken und heilen. „Herr, hilf mir für meine Nächsten solche Worte des Lebens zu finden.“
Bibeltext

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Ein Gedanke zu „Psalm 52 – Worte als Waffe“

  1. Mir fällt dazu spontan Jakobusbrief Kapitel 3 ein…
    Vers 9+10 will ich mal herschreiben (aber lest selber ruhig das ganze Kapitel 😉 ): „Mit ihr (=unsere Zunge; meine Anmerkung) preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen worden sind. Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht so sein!“

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