Psalm 50 – Was steht dahinter?

John WesleyHab mich in letzter Zeit ein wenig mit John Wesley, dem Begründer der methodistischen Bewegung, beschäftigt. Der Mann ist irgendwie echt krass. Wie jeder Mensch hat er seine Schwachpunkte und problematische Seiten. Nüchtern betrachtet war er wahrscheinlich ein Workaholic – ständig in Action. Das faszinierende an ihm, ist sein Hingabe und die Konsequenz, mit der er sein ganzes Leben versucht hat auf Christus auszurichten.

Bei diesem Psalm musste ich an ihn denken. In dem Psalm geht es darum, dass es Gott nicht auf die Opfer selbst ankommt, sondern auf das, was dahinter steht. Übertragen könnte man sagen: Es kommt Gott nicht auf irgendwelche kirchlichen Traditionen an (wobei die nicht an sich schlecht sind; V. 8: „Nicht deiner Opfer wegen klage ich dich an“), sondern auf das, was in den Traditionen deutlich werden soll. Manche Israeliten haben die Opfer missverstanden, so als ob der Mensch Gott mit Tieren „füttern“ muss, damit er zufrieden ist. Aber Gott kommt es auf den Dank an, der beim Menschen dahinter stehen sollte. Der andere Punkt in dem Psalm ist, dass wir nicht nur schön von Gott und seinen Geboten reden sollen, sondern dass wir konkret danach leben sollen.

Beide Anliegen finde ich auch bei John Wesley wieder: Es ging ihm nicht um äußerliche Traditionen, die waren ihm nicht so wichtig. Er hat da nicht viel Neues erfunden, sondern blieb von der Gottesdienstform her einfach beim anglikanischen Gottesdienst. Wichtig war ihm, dass mit diesen Traditionen und äußerlichen Formen auch tatsächlich Menschen erreicht und angesprochen wurden. Und wenn man dazu vor den Fabriken im Freien predigen musste, dann tat er das halt einfach (auch wenn das bis jetzt keine anerkannte kirchliche Tradition war). Zugleich war er in seinem Leben richtig besessen davon, dass wir nicht nur schöne Reden halten, sondern dass wir der Glaube sich im Leben auswirkt, dass wir konsequent und zielstrebig die Liebe zu Gott und zum Nächsten in unserem Leben umsetzen (auch und gerade dann, wenn wir uns eigentlich gar nicht so liebevoll fühlen).
Bibeltext
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Foto: wikimedia

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