Psalm 5 – Sünder sind immer die andern

Also ich finde den Umgang mit eigener und fremder Sünde in diesem Psalm ziemlich seltsam. Die Lügner und Übeltäter können nicht vor Gott bestehen. Denen wird’s allen ziemlich dreckig gehen, weil Gott sie auf den Tod nicht ausstehen kann. Aber selbstverständlich gehört der Psalmbeter selbst nicht zu diesem Lumpenpack. Er darft vor Gott kommen und ihn in seinem Tempel anbeten. Er scheint frei von aller Sünde zu sein und darf sich deshalb in Gottes Güte sonnen.

Hmhm, hat sich da was in unserem Sündenverständnis geändert? Sehen wir heute die Sünde zu kleinlich? Ich könnte nicht in diese Richtung beten: „Hab Dank Herr, dass ich nicht so ein verkommener Sünder bin wie die anderen, sondern dass ich ein Gerechter bin, dem du Gunst erweist.“ Mein Gebet ist eher: „Herr, sei mir Sünder gnädig.“

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2 Gedanken zu „Psalm 5 – Sünder sind immer die andern“

    1. Ja genau! Beim Pharisäer und Zöllner findet sich genau dasselbe. Das scheint wohl durch alle Zeiten hindurch ein Problem für uns „Fromme“ zu sein…

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