Psalm 49 – „Ich krieg euch alle!“

Tja, das mit dem „Wohlstandsevangelium“ hat schon damals nicht immer funktioniert ;)! Schon zu alttestamentlichen Zeiten gab es die Auffassung und Erwartung, dass Gott mein Leben – auch materiell und gesundheitlich – segnet, wenn ich ihm vertraue. Bekannt ist das auch unter dem Stichwort „Tun-Ergehen-Zusammenhang“: Wer Gutes tut, der wird von Gott auch Gutes empfangen. Gerade in den Psalmen wird aber immer wieder deutlich, dass dieser Zusammenhang nicht immer da ist. Gerade in den Psalmen klagen die Beter über Krankheiten und darüber, dass so mancher Gottlose reicher und materiell „gesegneter“ ist, als sie selbst. Ähnliche Erfahrungen machen uns ja bis heute zu schaffen.

Auch Ps. 49 versucht, auf diesen manchmal ausbleibenden Segen eine Antwort zu finden oder zumindest irgendwie damit klar zu kommen. Er tut das, indem er den „Tun-Ergehen-Zusammenhang“ in eine neue Perspektive stellt. Angesichts des Todes relativieren sich die irdischen Unterschiede. Jeder, egal ob reich oder arm, gottlos oder gläubig wird mal sterben müssen. Und dann nützt aller Reichtum nichts mehr, dann gibt es keine Unterschiede mehr, dann stehen wir alle nackt und hilflos vor dem Tod. Den Tod kann niemand bestechen, auch nicht so manche Manager und Bänker mit ihren Millionen Boni. Der Tod nimmt unterschiedslos alle zu sich, den einen in ein paar Jahrzehnten, den anderen vielleicht schon in den nächsten Minuten. „Gestatten, ich bin der Tod! Und ich krieg euch alle!“

Oder doch nicht alle?!? Der entscheidende Punkt ist, dass der Beter folgende Gewissheit hat: „Aber Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf.“
Bibeltext

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Ein Gedanke zu „Psalm 49 – „Ich krieg euch alle!““

  1. Ich möchte einen Bibelabend mit diesem Psalm machen und bitte Sie mir diese Unterlage per Mail zusenden, damit ich sie kopieren kann.
    Ich finde Ihren Kommentar sehr gut.

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