Psalm 46 – Selbst wenn die Welt untergeht

Das find ich stark: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken.“ (V.2-3) Eine trotzige Zuversicht auf Gott, auch wenn um mich herum die Welt untergeht. Solange Gott da ist, ist das alles nicht so schlimm.

Wobei diese Zuversicht auch zu einer falschen Überheblichkeit und Selbstsicherheit führen kann. Im weiteren Verlauf des Psalmes gehen die Beter davon aus, dass die Feinde Israels Jerusalem nicht erobern und zerstören können, weil ja Gott seine heiligen Wohnungen in Jerusalem hat und er selbstverständlich stärker ist, als alle feindlichen Armeen. Wir wissen dass es anders kam. Irgendwann lag der Tempel in Schutt und Asche. Für die Israeliten ging damit tatsächlich „die Welt unter“ und sie mussten schmerzhaft lernen, was das dann wirklich heißt: Trotzdem auf Gott vertrauen und sich nicht zu fürchten. Auch dann, wenn meine eigenen Erwartungen an Gott enttäuscht wurden. Auch dann, wenn sich Gott anders verhält, als das meiner Theologie und meinem Bild von ihm entspricht.
Bibeltext

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