Psalm 43 – Von Gott verstoßen

Eine Zeile bewegt mich bei diesem Psalm besonders: „Warum hast du mich verstoßen?“ (V.2) Dem Beter geht es elend und er fühlt sich von Gott vergessen und verlassen, ja er sagt sogar, dass Gott ihn verstoßen habe. Schrecklicher Gedanke, oder? (Ob das denn wirklich so war, dass Gott ihn verstoßen hat, und was das bedeutet, ist noch mal ’ne andere Frage. Aber der Beter hat das auf jeden Fall so empfunden).

Der Psalm gehörte ursprünglich mit Ps. 42 zusammen – der sich wiederholende Kehrvers in Ps. 42,6.12 und Ps. 43,5 macht deutlich, dass es ein zusammenhängendes Lied war. Es spricht also immer noch derselbe Beter, der eine ganz tiefe Sehnsucht danach hat, Gottes Angesicht zu schauen (Ps. 42,3). Auf dem Hintergrund dieses Gefühls des Verstoßenseins wird diese Sehnsucht noch schärfer und drängender deutlich. Es geht nicht „nur“ um körperliche Leiden oder um menschliche Anfeindungen, es geht um die Erfahrung von Gottes Verborgenheit.
Bibeltext

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