Psalm 37 – Glücklich ohne Gott

Tja, das war schon damals ärgerlich und unverständlich: Warum geht es manchen Gottlosen so gut? Warum sind sie so glücklich, auch ohne Gott? Geht das überhaupt? Müsste Gott nicht diejenigen, die ihm vertrauen, die an ihn glauben auch entsprechend belohnen? Müsste es nicht normalerweise dem Glaubenden besser gehen als dem Gottlosen? Offensichtlich erlebten die Menschen schon damals was anderes. Viele Gottlosen ging es schon damals gut und sie waren glücklich. Und bis heute hört man ja dieses Argument: Ich kann auch (und viele sagen: gerade) ohne Gott sehr gut leben und bin glücklich dabei!

Was soll man dazu sagen? Nüchtern betrachtet, können wir dazu überhaupt nicht viel sagen. Wir können niemand sein Glück absprechen, es bringt nichts, wenn wir uns als große Spielverderber aufspielen und den Gottlosen ihr Glück ausreden wollen. Und letztendlich hat auch der Psalmbeter nur ein schwaches Argument. Er sagt: Abwarten! Irgendwann wird jeder das bekommen, was er verdient. Irgendwann wird es von Gott her ausgleichende Gerechtigkeit geben. Irgendwann wird sich das Vertrauen auf Gott richtig lohnen.

Ich fürchte, dass das wenig überzeugend ist. Wenn ich selbst nicht an Gott glauben würde und dabei auch noch glücklich wäre, könnte mich dieses Argument auf jeden Fall nicht überzeugen. Aber es geht in diesem Psalm auch gar nicht darum, Ungläubige zu überzeugen, sondern darum, als Gläubiger selbst Trost zu finden. Und da bin auch ich überzeugt: Auch wenn ich manches heute noch nicht sehen und erkennen kann – Gott wird’s gut machen.
Bibeltext

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