Psalm 34 – Absolut kein Mangel?

Manches mal findet man in den Psalmen schon sehr viel Überschwang und manche Aussagen sind, rein objektiv betrachtet, übertrieben. In Ps. 34 z.B. der Vers 11b: „Die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.“ Wenn man andere Psalmen liest, in denen die Beter ihr Elend vor Gott bringen, dann ist offensichtlich, dass auch diejenigen, die Gott suchen, Mangel erleiden können. Es fällt ihnen nicht einfach alles in den Schoß und es ist nicht so, dass den Gottsuchern nie irgendetwas fehlt. Auch in Ps. 34 wird das deutlich: „Der Gerechte muss viel erleiden.“ (V.20a) Der Beter weiß sehr wohl, dass es auch für Glaubende schwierige Zeiten geben kann.

Ich denke, dieser Psalm ist Ausdruck der Begeisterung darüber, dass Gott in das Leben des Beters eingegriffen hat. Der Beter will keine theologischen Richtigkeiten verbreiten, sondern bezeugt seine Freude über Gottes Güte. Er gerät ins Schwärmen und Jubeln und malt so manches rosaroter als es ist. In diesem Moment ist er wirklich überzeugt, dass Gott ihm alles schenkt, was er braucht, dass er keinerlei Mangel haben wird. Er möchte damit aber keine objektive, nüchtern-theologische Beschreibung der Wirklichkeit geben, sondern seine Wahrnehmung der Wirklichkeit weitergeben. Es ist ein Gebet. Ein Gebet der Freude, und da darf man ruhig etwas übertreiben.
Bibeltext

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