Psalm 29 – Gottes Donnerstimme

BlitzSeltsamer Psalm. Es tauchen hier so manche Vorstellungen aus der kanaanäischen Umwelt Israels auf: In V.1 wird wörtlich von Göttersöhnen gesprochen (Luther übersetzte mit „Himmlische“ andere übersetzen mit „Engel“) und die Beschreibung der gewaltigen Stimme Gottes erinnert den Gewittergott, der von anderen Völkern gefürchtet und verehrt wurde. Psalm 29 nimmt das alles auf und macht daraus ein Loblied auf den einzig wahren Gott. Die anderen Götter werden zu Dienern degradiert und wenn es blitzt und donnert, dann kann dahinter nur Gott selbst stehen und nicht ein anderer Gewittergott.

So mancher evangelikale Christ hätte heute wahrscheinlich große Probleme damit, solche fremdreligiöse Vorstellungen einfach so auf den eigenen Gott zu übertragen und sie in den eigenen Glauben einzubauen. Da würden sofort die Alarmglocken schrillen und man würde die reine, biblische Lehre von Gott in Gefahr sehen… 😉

Was mich selbst aber bei diesem Psalm berührt, ist die betonte und großartige Beschreibung von Gottes Stimme. Wir hatten hier heute Nacht ein ziemliches Gewitter und einmal wurde ich durch einen durchdringend lauten Donnerschlag aus dem Tiefschlaf gerissen. Das war so gewaltig, dass die Fenster gewackelt haben (naja, unsere Fenster sind nicht mehr die allerneuesten… 😉 ). „Der Gott der Ehre donnert, der Herr, über großen Wassern. Die Stimme des Herrn ergeht mit Macht, die Stimme des Herrn ergeht herrlich.“ (V.3b-4) Ja, er ist nicht nur der liebe Kuschel-Gott, er ist gewaltig, herrlich, mächtig und manchmal erschreckend furchteinflössend. Er ist nicht nur im leisen Säuseln des Windhauches, er spricht auch im gewaltigen Donnern und Blitzen.
Bibeltext

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Bildquelle: pixelio.de | saguarofan

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