Psalm 21 – Vom ehrlichen Gebet zur Heuchelei

Noch einmal ein Psalm, in dem es um den (irdischen) König geht. Man nimmt an, dass dieser Psalm bei der Königskrönung vorgetragen wurde oder bei der jährlichen Erinnerung. In überschwänglicher Weise wird beschrieben, wie Gott den König segnet. Der König ist fröhlich in Gott und vertraut auf ihn.

Nun frag ich mich: Das mag ja für manche Könige, wie z.B. David, zugetroffen haben. Aber wie war das bei anderen Königen? Wahrscheinlich wurde dieser Psalm nicht nur bei einem König vorgetragen, sondern er wurde aufgeschrieben, ging in die Tradition über und wurde auch für andere Könige verwendet. Aus der Bibel wissen wir, dass ein Großteil der Könige, vor allem im Nordreich Israel, aus Sicht des Glaubens sehr negativ bewertet wurden. Viele kümmerten sich nicht groß um den Gott Israels, sondern liefen anderen Göttern nach.

Und schwups: So schnell kann aus einem vielleicht anfänglich ehrlich gemeinten Gebet die reine Heuchelei werden. Mir fallen dabei manchen Lobpreislieder ein, die ja auch oft eine etwas übertriebene und überschwängliche Sprache haben: Meinen wir das wirklich immer, was wir da singen? Mir stockt da manchmal der Atem. Nur ein Beispiel: „Das höchste meines Lebens ist, dich lieben, Herr.“ Eigentlich kann ich das nur als Wunsch singen und nicht als Feststellung. Wo fängt da die Heuchelei an? Müssten wir nicht manchmal lieber schweigen?Bibeltext

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.