Psalm 20 – Kriegerischer Gott

SoldatSchön: Da wird für einen Politiker gebetet (den König) und man ist sich sicher, dass das Vertrauen auf Gott mehr bringt, als alle militärische Macht (V.8). Weniger schön: Es geht um Krieg (die Gute Nachricht übersetzt hier V.6 deutlicher: sie spricht vom Sieg und von Feldzeichen). Es geht darum, dass Israel mit Gott auf seiner Seite alle Feinde besiegen wird. Als Europäer der heutige Zeit fallen mir da sofort die Kreuzzüge ein. „Mit dem Kreuz auf dem Banner gegen die Feinde Gottes! Gott ist auf unserer Seite, er wird alle Feinde niedermetzeln!“ 🙁

Wie gehen wir heute mit solchen Gedanken um? Zuerst müssen wir mal festhalten, dass die Psalmen Gebete Israels aus einer bestimmten Zeit waren. Sie sind Wort Gottes, aber das heißt nicht, dass wir alle Glaubensvorstellungen, die hinter diesen Gebeten stehen, einfach so auf heute übertragen können. Wir leben in einer anderen Zeit, einer anderen Kultur und wir sind auch nicht das Volk Israel.

Zum anderen denke ich, dass Jesus so manche von diesen Vorstellungen über diesen kriegerischen Gott korrigiert hat. Er hat uns gezeigt, dass der wahre Feind auf einer anderen Ebene zu bekämpfen ist. Er hat die Feinde Gottes nicht mit Schwert und Soldaten bekämpft, sondern er hat sich dem einen großen Feind Gottes in den Rachen geworfen. Er hat uns eingeschärft: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Joh. 18,36) Auch wir haben so manchen Kampf zu kämpfen – aber nicht gegen die Armeen anderer Völker oder gegen menschliche Feinde. Unsere Waffenrüstung besteht nicht aus Eisen und Stahl, sondern aus den Waffen des Glaubens (vgl. Eph. 6,12-17). Der wahre Kampf spielt sich auf einer anderen Ebene ab. Es geht nicht um einen leicht vergänglichen irdischen Sieg – es geht um mehr!

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Bibeltext

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