Psalm 18, 38-51 – Göttliches Doping

Mit diesen Hass-Tiraden gegen irgendwelche Feinde des Beters kann ich wieder mal wenig anfangen. Da schimmert eine fremde Welt durch, die sich doch deutlich von meiner Welt unterscheidet, ein fremdes Denken, das ich heute nicht mehr in dieser Tiefe nachvollziehen kann. Ich hab einfach keine Feinde, die mein Leben existentiell bedrohen, ich hab keine Feinde die mir nach dem Leben trachten.

Aber ich hab vielleicht andere Feinde, die mein Leben kaputt machen wollen. Ich spüre auch so manches mal Hass in mir, mit dem ich versuchen muss umzugehen. Ein Satz der mir in diesem Abschnitt des Psalms besonders aufgefallen ist, ist V.40: „Du rüstest mich mit Stärke zum Streit.“ Nicht immer ist es so, dass Gott einfach den Weg freimacht und er die Feinde aus dem Weg räumt. Nicht immer ist es so, dass wir auf wunderbare Weise durch’s Meer gehen können und die Feinde ertrinken darin. Manchmal lässt Gott den Kampf zu. Auch mit Gott werden wir mit Feinden des Lebens konfrontiert. Auch Christen haben zu kämpfen. Die Hilfe Gottes besteht dann nicht darin, dass er alle Probleme einfach aus dem Weg räumt, sondern darin, dass er uns die Stärke gibt, damit umzugehen.

Ich hät’s ja gern einfacher und bequemer. Ich mag keine Konflikte. Wann immer es möglich ist, weiche ich dem Streit aus. Vielleicht sollte ich nicht so oft darum beten, dass Gott Probleme aus dem Weg schafft, sondern darum, dass er mir Kraft zum Kampf gibt… ?
Bibeltext

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