Psalm 149 – Heiliger Krieg?

Inmitten der fröhlichen Hallelujas kommt in diesem Psalm die Aufforderung, dass die Heiligen scharfe Schwerter in Händen halten sollen, dass sie unter den Heiden Vergeltung üben sollen und dass sie an ihnen Gericht vollziehen sollen (V.5-9). Das klingt ja sehr nach Heiligem Krieg. Im Namen Gottes sollen die Ungläubigen niedergemetzelt werden?!? Im Rahmen von windhauch will und kann ich zu diesen Versen keine ausführliche Auslegung geben. Deshalb nur einige Gedankenanstöße zu diesem Text:

Nicht nur im Koran finden sich Aussagen zur kriegerischen Bekämpfung der „Ungläubigen“, auch in unserer Bibel gibt es Stellen, die in diese Richtung gehen. Wenn wir mit dem Finger auf andere zeigen, sollten wir immer auch unsere eigene Tradition und Geschichte im Blick haben.

Wichtig ist der Gesamtzusammenhang: Welches Gewicht haben solche Aussagen im Zusammenhang der gesamten biblischen Botschaft? Wie sind sie zu verstehen und zu deuten? Geht es hier um ein Handlungsaufforderung? Oder um eine Wunschvorstellung des Beters? Oder um eine Prophezeiung?

Den Gerichtsgedanken ganz allgemein als alttestamentlich und damit überholt abzutun ist zwar ein bequemer, aber nicht unbedingt biblischer Weg. Auch im Neuen Testament wird betont, dass es ein Gericht geben wird. Sünde und Gottlosigkeit wird irgendwann an’s Licht kommen.

Vom Neuen Testament her ist aber auch klar, dass das entscheidende Gericht am Kreuz von Golgatha geschehen ist. Dort hat Jesus die Strafe für alle Gottlosigkeit auf sich genommen.

Aber auch im Neuen Testament gibt es den Gedanken, dass die Heiligen am Gericht Gottes beteiligt sind (z.B. 1.Kor.6,2). Aber dort geht es ganz klar nicht um kriegerische Vergeltung, sondern um eine Zunkunftsperspektive: Gott wird die Heiligen am gerechten Gericht beteiligen.

Mein Fazit: Nein, ich brauch und will keinen Heiligen Krieg! Die entscheidende Schlacht wurde schon längst geschlagen: am Kreuz hat Jesus gesiegt! Aber wenn’s irgendwann dazu kommen sollte, dass ich solchen Typen wie z.B. Hitler, eins über die Rübe ziehen darf: Dann sag ich nicht nein…
Bibeltext

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4 Gedanken zu „Psalm 149 – Heiliger Krieg?“

  1. Im Rahmen von windhauch will und kann ich zu diesen Versen keine ausführliche Auslegung geben.

    Das Problem bei derartigen Stellen in der Bibel ist natürlich, dass sich unentschlossene Gläubige durch so etwas (vielleicht auch zu Recht?) abgestoßen fühlen. Dann schlagen sie die Bibel auf, reißen derartige Verse aus dem Zusammenhang und fragen dann: Das soll der Gott des Friedens sein?

    Es gibt im alten Testament mehrere von derartigen Stellen. Ich persönlich sehe diese eher im übertragenden Sinn. Nach dem Tod trifft man schließlich auf unseren Herrn und dieser wird uns richten (Röm 1,18). Vielleicht hat sich der Beter dies bildlich mit einem Schwert vorgestellt?

    Dennoch ist es schwierig, je nach Situation, über so etwas sachlich zu sprechen. Aus diesem Grund finde ich es schade, dass du keine genaue Auslegung geben möchtest – kann dies aber durchaus nachvollziehen. 😉

    Nein, ich brauch und will keinen Heiligen Krieg!

    Mt 5,3-10 – mehr muss man dazu nicht sagen. 😀

    Aber wenn’s irgendwann dazu kommen sollte, dass ich solchen Typen wie z.B. Hitler, eins über die Rübe ziehen darf: Dann sag ich nicht nein…

    Ja, da hört man immer wieder Hitler – den Inbegriff des Bösen. Ich sag es noch einmal:

    Mt 5,9

    Du musst derartigen Typen keins über die Rübe hauen – das macht Gott für Dich und im Bezug auf Hitler hat es Gott schon für Dich gemacht. Was denkst du? Ist Hitler Friedfertig und somit ein Kind Gottes? 😉

    1. „schade, dass du keine genaue Auslegung geben möchtest“ Naja, windhauch soll ja keine Kommentarreihe mit ausgearbeiteten Auslegungen sein, sondern ich schreibe zu den Bibeltexten, die ich lese, meine Gedanken und Empfindungen. Das kann manchmal sehr subjektiv und bruchstückhaft sein – und so ist es auch gewollt.
      Schon dafür brauch ich einiges an Zeit, tiefer gehende Beschäftigungen mit den Texten sind da einfach nicht drin…

      Das mit Hitler ist natürlich sehr flapsig formuliert. Dahinter steckt jetzt weniger mein persönlicher Wunsch nach Rache, sondern dieser biblische Gedanke, dass wir Christen irgendwie am Gericht Gottes beteiligt sind (1.Kor.6,2). Wie das dann konkret aussieht, kann ich mir auch nicht vorstellen…

  2. Ich sehe das so, der Mossad ist der beste Geheimdienst der Welt und ich denke, dass Du auch dort viele Gläubige antriffst, die im namen G´ttes kämpfen werden. Warum wollen wir das nicht auch? Warum kämpfen wir nicht für die schwächern Menschen in unserem Staat im namen G´ttes? Ich glaube das würde uns bestimmt weiterhelfen, aber soweit reicht der christliche Glaube nicht aus!

  3. ..also mir fällt da sofort der geistliche Kampf ein, die Waffenrüstung Gottes und das Wort Gottes als Schwert! (das ist ein riesen Unterschied zum Koran – die kennen keinen Hl.Geist!)
    Das ist ein Kampf, dem wir uns besser nicht entziehen sollten und er findet jeden Tag statt!

    „Denn obwohl wir im Fleische wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleische; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen; indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus,“ 2.Kor.10,3-5

    erstaunlicher Weise wird danach auch noch auf unsere Rolle bei der „Rache“ hingewiesen:

    „..und bereit stehen, allen Ungehorsam zu rächen, wenn euer Gehorsam erfüllt sein wird.“ V.6

    Ein Thema, womit ich auch noch nicht ganz klar bin, aber es ist ja wohl auch grade noch nicht dran.. 😉

    das griech. Wort „ekdikeo“ hat aber auch die Bedeutung von „rehabilitieren / rechtfertigen“ usw. – also lassen wir uns mal überraschen…

    Segen!

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