Psalm 146 – Das Lob leben

Irgendwie ist es schwierig, etwas „über“ einen Lobpsalm zu schreiben. Die einzig richtige Reaktion auf Lob Gottes ist eigentlich, dass man mit einstimmt. Sobald man anfangen will das Lob zu analysieren wird’s irgendwie komisch. Mir geht das so bei diesem Psalm: Da sind so viele tolle Aussagen über Gott und ich denke mir dabei: „Naja, ist ja vielleicht doch etwa übertrieben! Alle Gefangenen macht Gott nicht frei, alle Blinde macht er nicht sehend und auch so mancher niedergeschlagene Gläubige bleibt trotz seines Glaubens niedergeschlagen.“

Aber es geht hier ja nicht um theologisch wohl abgewogene und ausgewogene Aussagen, sondern es geht darum, Gott zu loben. Und da erleben wir immer wieder, dass Gott Gefangene frei macht, Blinde sehen lässt und Niedergeschlagene aufrichtet (auf welche Weise auch immer).

Außerdem ist mir aufgefallen, dass diese Aussagen über Gottes Handeln ja unser menschliches Handeln nicht ausschließen. Gerade weil Gott ein besonderes Herz für Gefangene, Blinde, Niedergeschlage, Arme, Schwache, Fremdlinge, Waisen und Witwen hat, gerade darum sollten auch wir dementsprechend handeln und versuchen, den Armen und Schwachen zu helfen. Wenn ich Gott dafür lobe, dann kann ich nicht im nächsten Augenblick nicht genau anders herum handeln. Insofern schließt das Lob von Gottes Barmherzigkeit auch meine Barmherzigkeit mit ein. Das Loben schließt mein Leben mit ein.
Bibeltext

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