Psalm 145 – Der Erhabene

Das Psalmbuch schließt mit dem sogenannten kleinen Hallel (Ps. 146-150; wenn es ein kleines Hallel gibt, dann gibt es natürlich auch ein großes: Psalm 111-118) ab. Nachdem vor Ps. 145 einige Bittgebete kamen, leitet Ps. 145 auf die Lobpsalmen des kleinen Hallel über. Es ist ein sorgfältig gestaltetes Loblied auf Gottes Größe und Güte (die Versanfänge folgen dem hebräischen Alphabet). Nach viel Bitte, Klage und Flehen freue ich mich über diese Lobpsalmen zum Abschluss.

Mich hat heute an diesem Psalm die Formulierung gleich zu Beginn beschäftigt: „Ich will dich erheben, mein Gott, du König…“ (V.1) Was soll denn das? Warum will der Beter Gott erheben? Ist er nicht schon großartig und herrlich genug? Können wir Menschen ihn durch unser Gebet und unser Lob noch mehr erheben und groß machen?

Nein, Gott ist groß – unabhängig davon, ob ich ihn lobe oder nicht. Er ist in sich schon der Erhabene. Es geht darum, ob ich diese Größe auch für mich anerkenne. Wenn ich ihn erhebe, dann gebe ich ihm die Stellung, die er verdient. Darum ist unser Lob auch für uns selbst wichtig – weil sie uns und unsere Maßstäbe zurecht rückt. Im Lob wird uns deutlich wer wir sind und wer Gott ist. Das großartige ist ja, dass Gott trotz aller Erhabenheit die Nähe zu uns sucht und gnädig, barmherzig, geduldig und gütig zu uns ist (V.8).
Bibeltext

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