Psalm 142 – Alles, was ich brauch

Bei diesem Psalm gefällt mir die Gute Nachricht Übersetzung sehr viel besser als Luther. Hier kommt die Dramatik des Hilferufs viel deutlicher zur Geltung. Besonders angesprochen hat mich V.6: „Zu dir, HERR, schreie ich! Ich sage: Du bist meine Zuflucht, mit dir habe ich alles, was ich im Leben brauche!

Mit Gott habe ich alles, was ich zum Leben brauche. Mhmm… steiler Satz! Könnt ich das auch so sagen? Da kommt die Angst hoch: Ich möchte doch im Leben noch ein bisschen mehr als „nur“ Gott. Essen, trinken, glücklich sein,… Aber wenn ich den Psalm genauer anschaue, dann merke ich: Es geht ja gar nicht um ein entweder-oder. Es geht nicht darum entweder in Gott alles zu sehen oder ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Denn der Beter bittet gerade darum, dass Gott ihn befreit und er sein Leben wieder ohne Angst führen kann. Wenn es nur ein entweder-oder wäre, dann könnte er sich ja auch in der größten Notlage damit trösten und begnügen, dass ja Gott bei ihm ist. Aber gerade das tut er nicht. Er bittet, fleht und schreit Gott um Hilfe an.

Dass Gott alles ist, was ich brauche heißt nicht, dass ich auf alles andere verzichten muss. Im Gegenteil: In Gott ist uns gerade die Fülle des Lebens möglich. In und durch ihn finden wir mehr Glück und Zufriedenheit als sonst wo. Gerade er will und kann uns zu einem erfüllten Leben befreien.
Bibeltext

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