Psalm 139 – „Ach, wie schön!“

Für viele – auch für mich – ist Psalm 139 ein sehr schöner, tröstlicher und ermutigender Psalm. Es geht darum, dass Gott uns ganz genau kennt und durchschaut, er umgibt uns von allen Seiten und ist uns ganz nah. Wieder einmal sehr treffend beobachtet Douglass dazu, dass dieser Gedanke einem auch ziemlich Angst machen kann und dass dieser Gedanke auch schon oft missbraucht wurde, um Druck auf Menschen auszuüben („Der liebe Gott sieht alles! Darum pass auf, was du tust!“).

Die erste Reaktion des Beters ist deshalb nicht: „‚Ach wie schön!‘, sondern: ‚Wohin kann ich fliehen?'“ (S.330).  Das finde ich sehr treffend. Dieser allgegenwärtige und allwissende Gott kann einem ganz schön Angst machen. Vor anderen und oft auch vor mir selbst kann ich so manche Dinge verstecken bzw. verdrängen, aber vor Gott? Dem kann ich nichts vormachen. Dem kann ich nicht entkommen. Das wundervolle ist, dass Gott seine Macht nicht missbraucht um uns fertig zu machen, sondern im Gegenteil: um uns Geborgenheit zu schenken.

Sehr schön illustriert Douglass das durch das Bild von einem Kind im Mutterleib (das ja auch im Psalm selbst auftaucht). Auf solche Weise umgibt uns Gott. „Wir alle waren monatelang im Leib unserer Mutter von Wärme und Liebe umgeben und haben dort eine totale Geborgenheit erlebt, und das war für uns durch und durch positiv.“ (S.329) Also doch: „Ach, wie schön!“

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