Psalm 13 – Echter und ehrlicher Glaube

von windhauch

Dieser Psalm ist für mich einer der eindrücklichsten überhaupt. Da spricht einer, der mit seiner Kraft am Ende ist. Viermal klagt er vor Gott: “Wie lange noch”. Er kann nicht mehr! Er fragt sich, warum Gott nicht eingreift! Anscheinend hat er keine Zweifel daran, dass Gott eingreifen kann. Die Frage ist nicht ob, sondern: “Wie lange dauert es, bis er es endlich tut?” Er bittet und fleht Gott an: Schau doch! Hör doch auf mich! Hilf doch endlich!

Das erstaunlichste bei biblischen Klagepsalmen ist dann der meist sehr plötzliche und abrupte Stimmungswechsel. Im letzten Vers spricht der Beter plötzlich von Vertrauen, Freude und Singen. Ich staune immer wieder darüber, wie die biblischen Beter die Verzweiflung und Klage auf der einen Seite und das tiefe Vertrauen auf der anderen Seite zusammen bringen.

Aber irgendwie gehört wohl beides zum Glauben dazu, auch wenn es scheinbar im Widerspruch zueinander steht: Sowohl die verzweifelte Klage als auch das jubelnde Vertrauen. Das heißt für mich: Wenn ich nur am Klagen und Jammern bin, dann läuft was schief. Wenn ich aber manche Christen sehe, die (scheinbar) immer nur jubeln und fröhlich sind, dann frage ich mich auch misstrauisch: Da kann doch was nicht stimmen, oder?!

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