Psalm 127 – Ohne Augenzwinkern

„Denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“ (V.2) Komisch: Wenn ich so darüber nachdenke, dann wird dieser Vers meistens nur mit einem Schuss Ironie oder mit einem Augenzwinkern zitiert. Z.B. als witzig gemeinte „Ausrede“ wenn jemand verschlafen hat. Oder mit leicht vorwurfsvollem Ton, wenn sich jemand zu wenig in der Gemeinde einbringt. Diese Aussage scheint für uns eher eine nicht ganz ernst gemeinte Übertreibung zu sein. Es scheint eine stille Übereinkunft zu geben, dass der Vers, so wie er dasteht, natürlich nicht gemeint sein kann: „Natürlich wird uns alles von Gott geschenkt, aber wir müssen doch auch was dafür tun! Nur die Hände in den Schoss legen und den Tag verschlafen geht doch nicht!“

Wie wär’s wenn wir den Vers mal ohne Augenzwinkern lesen?!?

Psalm 127 – Ohne Augenzwinkern
5 (100%) 1 vote

11 Gedanken zu „Psalm 127 – Ohne Augenzwinkern“

  1. Tja, wie kann man ihn denn nun ernst verstehen, diesen Vers? Was heisst das konkret: ich empfange im Schlaf. Ist das nur metaphorisch für das gnadenhafte Beschenktsein durch Gott? Ist was wörtlich dran, im Sinne von Schlaf ist wichtig und achte auf deine Träume und Gedanken – das wäre interessant, heraus zu finden…

    1. hehe, da haben wir ja fast gleichzeitig kommentiert..

      ..also ich habe wirklich schon einiges tatsächlich im Schlaf empfangen, Wegi. Das fängt mit konkreter Offenbarung an, wo ich aufwache und völlige Klarheit über etwas habe, geht über Fähigkeiten (keyboard spielen) und Inspiration (neue Lieder), bis hin zu seelischer Aufarbeitung oder geisigem Kampf – eigentlich die ganze Palette.

      Von daher meine ich, man kann es getrost wörtlich nehmen.

  2. Tja, wie kann man ihn denn nun ernst verstehen, diesen Vers? Was heisst das konkret: ich empfange im Schlaf. Ist das nur metaphorisch für das gnadenhafte Beschenktsein durch Gott? Ist was wörtlich dran, im Sinne von Schlaf ist wichtig und achte auf deine Träume und Gedanken – das wäre interessant, heraus zu finden…

  3. @Bento: schon klar – nur: wörtlich nehmen ist eben keine gute Hermeneutik. Denn dann sollte man sich nach Jesus Augen ausreißen und Hände abhacken, wenn diese einen verführen… ein wenig Schriftauslegung darf dann schon sein – zumal das die Bibel selbst auch so hält und nicht alles wörtlich nimmt…;-)
    Aber ich versteh, was du meinst…

    1. ..deswegen hab ich ja auch nicht „wörtlich“ gesagt, sondern „so wie es da steht“ – das impliziert auch die Unterscheidung zwischen Gleichnissen und klaren Ansagen. Dass es sich bei der Schlafsache m.E. nicht um ein Gleichnis handelt, habe ich oben ja dargelegt…

      ..also immer darauf achten „wie es da steht“ 😉

  4. Schade das in der heutigen Zeit nachdem es auf der Erde soviel Leid, Unglück, Not gibt, von Existenzängsten, was Arbeit Gesundheit, Trauer, Enttäuschung und vieles vieles mehr, was heute viele Menschen und auch Jugendliche plagt und die davon betroffen sind, von vielen Menschen belächelt wird. Ich möchte keinem Menschen wünschen das er früh morgens aufstehen müsse geplagt von Sorgen, Ängsten…
    Ich denke ein jeder sollte nun das Wort verstehen und nun wenigstens darüber nachdenken was es bedeutet, sollte es jemand belächeln wird der liebe Gott ihm sicherlich mal die Möglichkeit auskosten lassen damit er sich einmal in einer solchen Lage befindet!
    Dann erst wird dieses Wort für einen jeden ein Wort von Trost und grosser Gnade sein!
    Liebe grüsse und alles liebe maria

    1. Hallo maria!
      Danke für die Grüße und willkommen bei windhauch!
      Ich hab bei meinem Artikel gar nicht an Menschen gedacht, die auf andere herabschauen und ihre Situation belächeln. Mir ging es eher darum, dass wir Christen selbst oft diese Zusage gar nicht so richtig ernst nehme und insgeheim davon ausgehe, dass mir von Gott nichts im Schlaf geschenkt wird, sondern dass ich dafür auch was leisten sollte.
      Dein Kommentar macht mir darüber hinaus deutlich, dass wahrscheinlich die Menschen die Leid, Unglück, Not und Existenzängste erleben, dieses Vers noch einmal auf einer ganz anderen Ebene hören als ich, dem es im Großen und Ganzen eigentlich richtig gut geht…
      Wünsche uns allen, dass dieser Vers wirklich „ein Wort von Trost und großer Gnade“ ist. 🙂

  5. Kein problem, weist du ich glaube erst seit sieben Jahren an Gott, konnte vorher nie damit was anfangen im Gegenteil auf Grund meiner Erziehung sicherlich, ständig die Kirche besuchen zu müssen, dabei wollten es meine Eltern nur gut mit mir. Heute wo ich keine Eltern mehr habe, wo ich Zeiten erlebt habe früh Morgens aufzustehen und nur mit Sorgen in die Zukunft blickte, bin ich dankbar und koste die Gottesdienste gerne aus. Da ist dieses Wort ein Trost und man weis das Gott mit dir ist, wenn wir zu ihm beten an ihn glauben, dann hilft er uns auch und wir dürfen zu den Seinen zählen. Man sollte im Leben versuchen manchmal eine andere Sichtweise zu bekommen und über Gott nachzudenken, denn seine Wege können schön sein aber auch hat er die Möglichkeit alles schöne ins Gegenteil zu wenden, darum lässt er auch soviel Leid auf dieser Welt zu und dennoch wird über Gott gespottet, und das es ihn nicht gibt.
    Man kann Gott erleben in der Ruhe und Stille täglich!
    alles liebe maria

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.