Psalm 123 – Was guckst du?!

Zwei mal wird in dem Psalm gesagt, dass die Beter mit ihren Augen auf Gott schauen –  und zwar so lange, „bis er uns gnädig werde.“ (V.2) Würd‘ mich ja interessieren, wie die sich das vorstellen: auf Gott schauen. Ganz deutlich ist, dass das eigentlich nicht geht: In V.1 wird ausdrücklich gesagt, dass Gott im Himmel wohnt – also nicht irgendwie sichtbar hier auf Erden. Er ist eben kein Götze, den man in einem irdischen Götzenbild anbeten kann. Er ist im Himmel. Unsichtbar und eigentlich unerreichbar für unsere Augen.

„Mit den Augen auf Gott schauen“ ist wohl eine Metapher für das aufmerksame, intensive und wartende Beten zu Gott. Die Beter sehen sich im Geiste vor Gott stehen und warten darauf, dass er ihnen hilft. Sie wollen nicht auf sich selbst schauen oder auf ihre Probleme oder auf irgendwelche Ablenkungen, die ihre Probleme verdrängen und zudecken. Nein, sie wollen nur auf Gott sehen. Und zwar so lange, bis sich was tut, „bis er uns gnädig werde.“

Ich hab viel zu oft, viel zu viele andere, viel zu unwichtige und viel zu vergängliche Dinge im Blick… Und was guckst du?!
Bibeltext

Psalm 123 – Was guckst du?!
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