Psalm 118 – Die Freundlichkeit Gottes

Zwei Gedanken zu diesem Psalm. Das eine betrifft die Luther-Übersetzung von V.1: „Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ Das ist einfach toll übersetzt. Besonders gefällt mir das „freundlich“. Im Hebr. steht hier „tob“, was man eigentlich am einfachsten mit „gut“ übersetzt. Ich kann nicht genau sagen warum, aber mir gefällt Luthers Übersetzung hier richtig gut. Es klingt besser. Und irgendwie mag ich die Vorstellung von der Freundlichkeit Gottes. Ich denke da automatisch an ein freundlich lächelndes Gesicht, das mich liebevoll anblickt…

Das andere was mich an diesem Psalm besonders angesprochen hat, waren die Verse 24-25: „Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohlgelingen!“ Faszinierend finde ich hier das Ineinander von Freude und klagender Bitte. Die Freude in Gott schließt den Blick auf so manches Beklagenswertes nicht aus! Im Gegenteil: Wer „fröhlich an ihm“ ist, wird um so intensiver Gott bitten in das Leid dieser Welt einzugreifen. Und andererseits muss mich aber das Leid dieser Welt nicht davon abhalten, mich über Gottes Güte und Freundlichkeit zu freuen.
Bibeltext

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