Psalm 102 – Von ganz unten nach ganz oben

Wieder mal ein Gebet von einem der am Ende ist und der zu Gott schreit. Er scheint schwer krank zu sein und dem Tod nahe. In eindrücklichen Bilder beschreibt er seine Lage: „Ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen.“ (V.10) Er fühlt sich von Gott nicht geborgen und getröstet, sondern „hochgehoben und zu Boden geworfen“ (V.11) Also: Ganz unten, ganz dunkel, ganz aussichtslos…

Was tun? Der Beter blickt ins andere Extrem. Nach oben, ins Licht, ins Unvergängliche. Was für ein Kontrast! Überdeutlich stellt der Beter den Gegensatz zwischen seiner Vergänglichkeit und der Ewigkeit Gottes heraus. Gott hat vorzeiten die Erde erschaffen und auch die Erde wird einmal vergehen. Gott wird Himmel und Erde wechseln, wie wir Menschen die Kleidung wechseln (V.27). Aber Gott selbst wird bleiben (V.27f).

Tröstet das wirklich? Oder ist das nicht erst so richtig deprimierend? Man sitzt selbst im Dunkeln und Kalten und weiß nur: irgendwo, weit weg von mir, ist es schön hell und warm…
Bibeltext

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