Philpper 1, 1-2 Hallo, ihr Heilige!

Nach der langen Beschäftigung mit Jeremia jetzt mal wieder etwas kürzeres aus dem Neuen Testament: Der Brief des Paulus an die Philipper. Philippi liegt in Mazedonien und war damals eine römische Kolonie. Aus geschichtlichen Gründen war die Stadt vor allem von römischen Veteranen besiedelt (also so etwas wie eine Militärkolonie). Auf seiner zweiten Missionsreise gründete Paulus hier die erste Gemeinde auf europäischen Boden (ca. 49/40 n.Chr.). Den Philipperbrief verfasst Paulus aus dem Gefängnis. Bis heute ist nicht sicher aus welchem Gefängnis. Möglich wären Rom, Cäserea oder Ephesus .

Die ersten Sätze einer Schriftrolle standen damals als Absender und Empfängerangabe. So wie bei uns heute Absender und Empfänger auf dem Briefumschlag stehen. Auffällig beim Philipperbrief ist, dass neben Paulus auch Timotheus als Absender genannt wird. Das liegt wohl daran, dass Timotheus vorhatte, die Gemeinde bald zu besuchen (Phil.2.19). Vielleicht war er sogar der Überbringer des Briefes. Da sehen wir mal wieder, dass selbst der große Missionar Paulus auf Teamarbeit setzte – er war nicht der alleinige große Macher, sondern er war mit anderen zusammen unterwegs.

Interessant auch die Empfängerangabe: „Die Heiligen in Christus Jesus in Philippi.“ In Christus sind wir Heilige! Nicht weil wir ein heiligeres Leben führen als andere, oder weil uns irgendein Papst heilig gesprochen hat. Nein, wir sind heilig, weil wir in Christus Sündenvergebung und Erneuerung haben: wir stehen rein und heilig vor Gott!

Neben allen Heiligen werden besonders auch die Bischöfe und Diakone angesprochen. Es gab offensichtlich schon früh in den Gemeinden bestimmte „Ämter“. Schon von Anfang an musste Gemeinde organisiert werden und es waren bestimmte Personen für bestimmte Aufgaben zuständig. Bei Bischof darf man nicht an einen Bischof im heutigen Sinn denken. Von der Wortbedeutung her besagt Bischof: „Vorsteher, Aufseher“. Das Wort steht hier im Plural: Es geht also um die Gemeindevorsteher, um die Gemeindeleitung. „Diakon“ bedeutet einfach „Diener, Knecht“. Das waren also Leute die, auf welche Weise auch immer, der Gemeinde dienten.

Ich (und viele andere Christen) träumen so manches mal von einer Gemeinde, die ohne Verwaltung und ohne Ämter auskommt. Kaum jemand hat noch keine negativen Erfahrungen mit „kirchlicher Verwaltung“ oder mit kirchlichen „Amtsträgern“ gemacht. Wir wünschen uns eine Gemeinschaft, die sich einfach trifft und sich ohne große Organisation von Gott selbst leiten lässt. Aber das ist eine Illusion. Von Anfang an hat Gemeinde Strukturen und auch Ämter gebraucht. Wie diese Strukturen am besten aussehen sollten, darüber kann man sich streiten (und tut es ja auch zu Genüge). Aber dass wir solche Strukturen brauchen, steht für mich außer Frage. Das NT gibt uns da auch leider keine einheitlich Struktur vor, sondern wir können an verschiedenen Stellen nur erahnen, wie es verschiedene Gemeinden damals gemacht haben.
Bibeltext

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