Philipper 4, 4-7 Freude auf Knopfdruck?

Irgendwie scheint die Bibel ein anderes Verständnis von Gefühlen zu haben als wir heute. In dem Text werden wir dazu aufgefordert, uns zu freuen und uns keine Sorgen zu machen. In vergleichbarer Weise fordert uns Jesus zur Liebe auf (Mt. 22,37-39). Wir heutigen denken spontan: Eigentlich geht das doch gar nicht. Das sind doch Gefühle, die kommen und gehen, die kann ich doch nicht herbei befehlen. Freude kann ich doch nicht machen, Liebe kann ich doch nicht auf Knopfdruck erzeugen und wenn ich mir Sorgen mache, dann kann ich das doch nicht einfach abstellen.

Wahrscheinlich geht auch Paulus nicht davon aus, dass wir diese Gefühle einfach per Knopfdruck herbeiführen können. Aber es macht für ihn offensichtlich Sinn, uns dazu aufzufordern, oder vielleicht muss man sagen: uns dazu zu ermutigen. Er geht offensichtlich davon aus, dass wir durchaus etwas dazu beitragen können, um uns zu freuen und uns weniger Sorgen zu machen. Es geht nicht um Gefühle, die uns einfach überwältigen und die wir nicht beeinflussen können, sondern es geht um Einstellungen, die wir fördern können oder behindern können.

Zum Thema nicht Sorgen gibt Paulus ja konkrete Anweisungen: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (V.6) Das Gebet, die Ausrichtung auf Gott, das Abgeben und das Sprechen über meine Sorgen vor Gott kann mir also dabei helfen, dieser Einstellung der Sorglosigkeit und Freude näher zu kommen.
Bibeltext

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