Philipper 4, 1-3 Eines Sinnes

Wir merken immer wieder wenn wir Bibel lesen, dass die Gläubigen damals ähnliche Problem hatten wie wir. Paulus muss in seinem Brief ganz gezielt zwei Personen aufrufen, ihre Streitigkeiten beizulegen: „Evodia ermahen ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn.“ (V.2) Wenn man sich das praktisch vorstellt, muss das ganz schön peinlich gewesen sein. Denn ein Brief des Paulus wurde wahrscheinlich im Gottesdienst vorgelesen und hatte besonderes Gewicht. Und neben vielen allgemeinen Aussagen, Grüßen und Ermahnungen werden nun zwei Frauen namentlich aufgerufen, sich zu vertragen!

Was aber bedeutet „eines Sinnes“? Müssen wir Christen in allem gleicher Meinung sein? Bedeutet christliche Gemeinschaft Konformität und Gleichschaltung? Ich glaube es ist hier wichtig auch auf die Fortsetzung zu achten: „… in dem Herrn.“ Nicht in jeder Frage sollen sie eines Sinnes sein, sondern in ihrer Ausrichtung auf den den Herrn. Die Neue Genfer Übersetzung schreibt hier: „… ihre Unstimmigkeiten beizulegen und sich ganz auf das gemeinsame Ziel auszurichten.“ Es geht nicht darum, dass wir in jeder Kleinigkeit die gleich Meinung haben, sondern dass wir alle dasselbe große Ziel vor Augen haben. Der Weg dorthin kann unterschiedlich sein, aber die gemeinsame Blickrichtung ist entscheidend.
Bibeltext

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