Philipper 2, 25-30 Gott erbarmt sich

Ich mag diese Nüchternheit. Epaphroditus, ein Abgesandter der Gemeinde von Philippi, war wohl schwer erkrankt und wieder gesund geworden. Paulus sagt dazu ganz schlicht: „Und er war todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt.“ (V.27) Ich kann mir vorstellen, wie in so mancher Gemeinde aus diesem Geschehen ein Riesenereignis gemacht worden wäre. Man hätte es als großartige und wunderbare Heilung aufbauschen können. Man hätte damit Werbung machen können für die nächsten zehn Heilungsgottesdienste: „Seht her, unser Gott heilt sogar Todkranke!“

Paulus sagt nur lapidar: „Gott hat sich über ihn erbarmt.“ Dabei kann Paulus an anderen Stellen durchaus überschwänglich und begeistert formulieren. Wie kein anderer kann er die Gnade und Liebe Gottes groß machen. Aber ins Schwärmen gerät er eben v.a. dann, wenn es um Gott geht, nicht wenn es um den Menschen geht. Nicht das menschliche Glück und die menschliche Heilung steht im Zentrum, sondern Gott.

Paulus weiß nur zu gut, dass Gott nicht alle Traurigkeit einfach weg nimmt. Auch das wird in V.27 deutlich: „Gott hat sich über ihn erbarmt; nicht allein aber über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Traurigkeit zu der anderen hätte.“ Das heißt doch nichts anderes, als dass die andere Traurigkeit noch da ist und Gott sich (noch) nicht darüber erbarmt hat. Wirklich alle Tränen der Traurigkeit werden erst in Gottes ewiger Welt abgewischt werden (Offb. 21,4).
Bibeltext

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