Philipper 1, 3-11 Gemeinde auf dem Weg

von windhauch

Zwei Dinge sind mir in dem Text besonders aufgefallen. Das eine ist die Herzlichkeit mit der Paulus diese Zeilen formuliert. Er scheint ein ausgesprochen gutes Verhältnis zur Gemeinde in Philippi gehabt zu haben. Man spürt den ehrlichen Wunsch, nach Gemeinschaft mit den Leuten aus Philippi. Dieses gute Miteinander ist schön und auch in christlichen Gemeinden nicht selbstverständlich.

Das andere ist, dass hier deutlich wird, dass auch schon damals Gemeinde bedeutete, miteinander auf dem Weg zu sein. Gemeinde ist nicht perfekt. Auch nicht bei den Urchristen, auch nicht wenn sie von Paulus gegründet wurde. Paulus betet darum, dass “eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei.” (V.10-11) Statt “Erfahrung müsste man besser mit “Einsicht” übersetzten. Und statt “was das Beste sei” könnte man übersetzen: “worauf es ankommt” (es geht nicht um das Beste im gegenüber zum Guten, sondern um das Wesentliche im Gegensatz zu Unwesentlichem).

Auf jeden Fall wird deutlich, dass auch die Christen in Philippi noch in der Liebe wachsen können und sollen. Christsein ist ein Prozess, ein Weg, der hier auf Erden nie aufhört. Liebe ist kein entweder-oder sondern ein Wachstumsprozess. Interessant auch dir Formulierung, dass die Liebe “reicher” werde und nicht etwa “größer”! Wann hab ich das letzte mal dafür gebetet, dass die Liebe immer noch reicher werde (wohlgemerkt nicht im überheblichen Sinn: Die anderen haben – im Gegensatz zu mir – so wenig Liebe, da muss noch kräftig was wachsen)?
Bibeltext

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