Philipper 1, 27-29 Kampf und Leiden

Nein, das wollen wir eigentlich gar nicht hören: Glaube als Kampf und Leiden. Obwohl ja unter Christen in den letzten Jahren die „geistliche Kampfführung“ wieder en vogue ist – aber da geht es doch vornehmlich um den siegreichen und erfolgreichen Kampf, da geht es doch vorwiegend um die Proklamation der totalen Übermacht Gottes. Leiden um Christi willen?! Nein, danke! Dabei ist es heute wie damals so, dass wir zwar am Sieg Christi teilhaben, aber eben auch an seinen Leiden. Christsein kann hart, beschwerlich und frustrierend sein. Entscheidend ist nicht, ob wir siegen, sondern dass wir an der Seite Christi stehen.

Wobei dieses Leiden um Christi willen bei uns gar nicht mehr so eindeutig und klar ist, wie damals bei Paulus. Er wurde wegen seines Glaubens ins Gefängnis geworfen. Damals war der Feind gegen den man kämpfte klar. Was muss ich heute, hier in Deutschland schon wegen meines Glaubens erleiden? Ich leide vielleicht darunter, dass mich der Glaube nicht immer so glücklich, erfüllt und zufrieden macht, wie ich mir das wünsche. Oder unter dem  „lieben Mitchristen“ aus der Gemeinde, dessen Nase mir schon seit Ewigkeiten nicht gefällt. Der Feind, den muss ich mir all zu oft selbst aufbauen und hochbauschen, z.B. andere Konfessionen oder Christen, die ihren Glauben auf völlig andere Weise leben als ich, oder irgendwelche liberale Theologen und Kirchenführer, die den Glauben verwässern. Wenn der Feind nicht mehr so klar und deutlich erkennbar ist, dann such ich ihn mir halt im eigenen Lager…
Bibeltext

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