Philipper 1, 15-18 Gute Früchte von einem schlechten Baum?

Unglaublich, was Paulus hier schreibt! Ich hab den Abschnitt schon öfters gelesen, aber ich staune jedes mal wieder neu über die Gelassenheit und das große Herz des Paulus. Paulus sitzt im Gefängnis und es gibt wohl einige Prediger, die diese Situation für ihren Vorteil ausnützen. Sie „predigen Christus aus Neid und Streitsucht“ (V.15), sie „verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir [Paulus] Trübsal bereiten.“ (V.17) Und was sagt Paulus? Er sagt: Was soll’s? Solange inhaltlich Christus verkündigt wird, ist mir die Motivation egal, ja er freut sich sogar darüber! (V.18)

Ich finde das schon hart an der Grenze. Geht das überhaupt? Christus verkündigen aus eigennütziger Motivation? Also ich wäre nicht glücklich über einen Prediger, der zwar ein korrektes Evangelium verkündigt, es aber tut, um selbst daraus Vorteile zu ziehen oder um anderen zu schaden. Man denke nur an manche Prediger, die eine große Show abziehen, sich selbst im Applaus baden und sich selbst bereichern.

Es geht dem Paulus hier nicht um theologische Beliebigkeit. Inhaltlich argumentiert er immer sehr scharf gegenüber Leuten, die ein anderes Evangelium verkündigen als er. Aber ich frage mich – im Bild eines Gleichnisses von Jesus: Kann ein schlechter Baum gute Früchte hervorbringen?
Bibeltext

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4 Gedanken zu „Philipper 1, 15-18 Gute Früchte von einem schlechten Baum?“

  1. Mir fällt da spontan der Rat ein: „Wenn du dir des Evangeliums nicht sicher bist, dann gehe auf die Straße und predige es.“
    Es ist auch nicht unsere menschliche Predigt oder Rede die Menschen zu Gott bringt, wir sind nur Werkzeuge DURCH welche Gott wirkt und eben nichts aus eigener Kraft.
    So ergibt sich hier das schlechte Baum-Problem für mich gar nicht, da es gar nicht auf den Baum ankommt.

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