Philipper 1, 12-14 Gott benützt das Leid

von windhauch

Sehr schön und differenziert ausgedrückt von Paulus. Er sitzt im Gefängnis und sagt dazu: “Wie es um mich steht, das ist nur mehr zur Förderung des Evangeliums geraten.” (V.12) Er sagt nicht, dass Gott es so geführt hat, dass Paulus ins Gefängnis muss, damit das Evangelium gefördert wird. Nein, er sagt, dass Gott diesen Gefängnisaufenthalt benützt, um das Evangelium zu fördern. Das ist ein Unterschied, ein wichtiger Unterschied. Nicht alles was geschieht, ist von Gott so gewollt und geplant. Aber Gott kann auch das Ungewollte und Ungeplante benutzen, um etwas Gutes daraus zu machen.

Diese Unterscheidung ist wichtig für unseren Umgang mit Leiderfahrungen. Manche sagen etwas verkürzt: “Gott wird sich schon was dabei gedacht haben. Er hat das alles so kommen lassen, damit…” Aber das ist gefährlich, weil wir damit Gott selbst direkt für die Leiderfahrung verantwortlich machen. Das gibt ein schiefes Bild von Gott. Paulus macht sich keine Gedanken, warum er ins Gefängnis musste und wer dafür verantwortlich ist. Aber er sagt, dass Gott diese Umstände benutzt, um etwas Gutes daraus zu machen.

Ich mache da ähnliche Erfahrungen. Es ist müßig sich zu überlegen, wer für meinen Gehirntumor verantwortlich war (das Böse, meine Sünde, Gott selbst?). Das bringt letztendlich nichts. Aber ich durfte erleben, dass Gott diese Situation genutzt hat, um das Evangelium zu fördern – bei mir selbst und bei anderen. Und das ist viel wichtiger als die Frage nach dem Warum und Woher.
Bibeltext

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