Philiper 2, 5-11 Vom König zum Bettler

Gestern habe ich gefragt: Wo bleibt die Demut? Heute kommt die Antwort: „Seid untereinander so gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“ (V.5) Die wahre Demut zeigt sich in Christus. Dieser Vers ist allerdings gar nichts so leicht zu übersetzen. Ganz wörtlich müsste es heißen: „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus“. Luther hat das „entspricht“ eingefügt, um dem Mißverständnis vorzubeugen, dass Jesus nur ein menschliches Vorbild ist, dem wir nacheifern sollten. Wenn er nur das wäre, dann müssten wir daran verzweifeln, weil keiner von uns solch eine perfekte Demut wie Jesus erreichen kann. Jesus ist mehr: Er schenkt und bewirkt diese Gesinnung in uns.

Jesu Demut, an der wir uns orientieren sollen und die uns Gott durch den Heiligen Geist schenken will, wird in einem Christushymnus entfaltet. Mich hat heute vor allem ein Satz angesprochen: Er „entäußerte sich selbst“ (V.7). Hier steht im Griechischen das Wort „kenoo“. Das bezeichnet ein entäußern, ein leer werden. Sich nicht an das klammern, was man hat und kann, sondern alles hergeben. Durch den Zusatz „sich selbst“ wird deutlich, dass Jesus praktisch sich selbst aufgibt. Er wird vom König zum Bettler. Der Herr des Lebens liefert sich der Vergänglichkeit und dem Tod aus. Er wird zum Schuhabtreter, damit andere ihren Dreck an ihm abstreifen können. So weit geht Jesus in seiner Demut.

Was hätte das für Auswirkungen, wenn es uns auch nur ansatzweise gelingen würde, uns an dieser Gesinnung zu orientieren!
Bibeltext

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