Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon

„Ein fesselndes Abenteuer. Ein wunderbarer Roman.“ So steht es auf der Titelseite dieses Buches. Ein Zitat aus einer Rezension des Spiegels. Fesselnd fand ich den Roman nun nicht unbedingt. Er hat seine Längen, zieht sich etwas in die Länge und vom Geschehen her passiert rein äußerlich gesehen gar nicht viel fesselndes. Aber dass es ein wunderbaren Roman ist finde ich trotzdem.

Zum Inhalt: Der staubtrockene Lehrer Raimund Greogorius bricht plötzlich aus seiner Welt aus. Er unterrichtet seit Jahrzehnten alte Sprachen und eines Tages steht er im Unterricht einfach auf und geht. Er fährt mit dem Zug nach Lissabon. Im Hintergrund steht eine zufällige Begegnung mit einer portugiesischen Frau, bei der ihn der Klang ihrer Sprache fasziniert und ein portugiesisches Buch, das ihm in die Hände fällt.

In Lissabon erforscht Gregorius das Leben des geheimnisvollen Autors des Buches. Er lernt verschiedene Menschen kennen, die dem Schreiber des Buches, Amadeo de Prado, nahe standen. Er erfährt einiges über sein Schicksal, seine Träume, seine Leiden, seine scharfsinnigen Gedanken und auch über die portugiesische Widerstandsbewegung.

Es geht in dem Buch v.a. um die innere Entwicklung der Hauptpersonen Gregorius und vermittelt durch ihn auch um de Prado. In der Begegnung mit dem inzwischen verstorbenen de Prado findet der korrekte schweizerische Schullehrer eine neue Seite an sich selbst und auch ein neues Leben, eine neue Freiheit.

Mir hat das Buch gefallen. Besonders schön finde ich die Hochschätzung der Sprache und des scharfsinnigen Nachdenkens über das Leben. Für den Sprachlehrer Gregorius ist eine Sprache mehr als ein Hilfsmittel, er lebt in der Sprache und er entdeckt zum ersten mal mit dem Portugiesischen auch eine lebendige Sprache.

Gut fand ich auch die Grundidee des Buches. Wie ist es, wenn einer aus seinem bisherigen Leben ausbricht. Wenn er spürt, dass es irgendwie noch mehr geben muss. Wenn er sich aufmacht in ein fremdes Land, in unbekanntes Gebiet…

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