Nicole Krauss: Die Geschichte der Liebe

Ganz so kitschig, wie der Titel klingt ist das Buch gar nicht. Mich hat vor allem ein Zitat auf der Rückseite von J.M. Coetzee dazu bewegt, das Buch zu lesen: „Bezaubernd, zärtlich und sehr originell.“ Aber irgendwie bin ich mit dem Roman doch nicht so richtig warm geworden. Von der Sprache her ist es gut zu lesen und interessant geschrieben. Es kommen unterschiedliche Perspektiven und Erzählstile zum Einsatz (je nachdem, welche Person gerade erzählt). Mir war die Geschichte und die Perspektivenwechsel dann aber doch zu verwirrend und kompliziert.

Die Geschichte dreht sich um ein Buchmanuskript, das den Titel „Die Geschichte der Liebe“ trägt. Die Hauptpersonen sind der inzwischen 80-jährige Leo und die 14-jährige Alma. Leo hat das Manuskript vor dem zweiten Weltkrieg als Liebeserklärung an seine damalige Freundin Alma geschrieben. Die zwei wurden durch die Wirren des Weltkrieges getrennt und das Manuskript hat auf verschlungenem Weg überlebt. Das Mädchen Alma ist nach der Hauptfigur des Manuskriptes benannt.

In dem Buch geht es nun um die Geschichte von Leo und von der jungen Alma. Alma ist auf der Suche nach dem Autor des Buches, dem sie ihren Namen verdankt. Und Leo ist traurig und einsam, weil er seine Jugendliebe Alma verloren hat. Natürlich treffen sich die beiden am Ende, aber mir ist nicht so ganz klar geworden, was die Autorin damit eigentlich sagen möchte. Am Ende habe ich mich gefragt: „Ja und jetzt? Was soll das alles?“

Nachdem man den ganzen Roman über damit beschäftigt ist, die rätselhaften Zusammenhänge zwischen den Figuren zu entwirren (und dabei manches mal an der Nase herum geführt wird), ist mir das Ende irgendwie zu wenig.

Noch ein Zitat, das mir sehr gefallen hat: „Wenn ein Jude betet, stellt er Gott eine Frage, die kein Ende hat.“ (S. 236) Natürlich keine umfassende Beschreibung von Gebet, aber trotzdem sehr schön und treffend.

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