Micha 6, 6-8 – Im Gleichgewicht vor Gott

Eine weitere bekannte und wohlvertraute Stelle aus den alttestamentlichen Propheten. Der Prophet Micha ist dafür bekannt, dass er die damaligen religiösen und sozialen Vehältnisse kritisiert hat. In Micha 6,8 gibt er seinen Lesern einen kurzen und knackigen Hinweis, wie sie denn statt dessen leben sollen. Es kommt ihm nicht auf irgendwelche religiösen Ersatzhandlungen an, sondern es geht ihm um ein auf’s Wesentliche konzentriertes Leben.

Klaus Douglass dröselt seine Aufforderung sehr schön in eine dreifachen Bereich auf: Es geht um Recht, Güte und um die Achtsamkeit für Gott. Das Recht ist der ganz grundlegende Bereich eines gerechten Miteinanders. Jeder soll sich an die äußerlichen Regeln zum guten Zusammenleben in einer Gesellschaft halten. Die Güte füllt diese äußerliche Pflichterfüllung mit Herz. Es geht nicht nur um einen Buchstabengehorsam, sondern um echte Güte und Wohlwollen gegenüber unseren Nächsten. Und schließlich sollen wir uns in all dem auf Gott ausrichten. Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Gottesliebe empfiehlt uns also Micha.

Alle drei Bereiche gehören zusammen. Ansonsten fehlt etwas, ansonsten wird das Gleichgewicht gestört. Ein gutes Beispiel von Douglass: Wenn Demonstranten sich steinewerfend für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, dann stimmt was nicht, da fehlt die Güte. Aber andererseits wird auch die Güte allein schnell zur Weichheit und falschen Tolleranz. Und auch der Glaube an Gott bleibt ohne Einsatz für das Recht und ohne echte Nächstenliebe nur innerliche Frömmelei und Scheinheiligkeit.

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