Matthäus 9, 14-17 – Fasten oder Feiern?

Was sollen wir denn nun tun? Fasten oder Feiern? Jesus sagt: Solange der Bräutigam da ist, können die Hochzeitsgäste doch nicht fasten, sie sollen und dürfen feiern. Mit dem Bräutigam meint er natürlich sich selbst. Aber er sagt dann auch, dass eine Zeit kommen wird, in welcher der Bräutigam von uns genommen wird – dann ist Zeit zum Fasten.

Und wo stehen wir jetzt? Knapp 2000 Jahre nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt) Ist Jesus, der Bräutigam nun da oder nicht? Einerseits ist er nicht mehr da, er ist ja in den Himmel aufgefahren und sitzt zur rechten Gottes. Andererseits ist er aber doch da – durch den Heiligen Geist wohnt er in uns. Feiern oder Fasten?

Gestern hab ich bei Ulrich Wilckens einen sehr interessanten Ausdruck gelesen: „Parusie in der Schwebe“. Kann die Stelle leider nicht mehr finden, es war in seiner Theologie des Neuen Testaments. Damit meint er dass zum einen Jesus schon auferstanden ist und dass er lebt, dass er also schon wiedergekommen ist (Parusie = Wiederkunft Christi). Aber diese Wiederkunft ist noch seltsam in der Schwebe, sie ist noch nicht vollendet. Diese Formulierung gefällt mir. Sie drückt sehr schön auch diese Unsicherheit zwischen Fasten oder feiern aus. Vielleicht könnte man sagen: Feiern in der Schwebe.

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