Matthäus 8, 23-27 – Die Sturmstillung im Heute

Jesus ist mit seinen Jüngern auf dem See unterwegs. Er ist brotfertig und schläft friedlich im Boot. Doch dann kommt ein Sturm auf und selbst den erfahrenen Fischern rutscht das Herz in die Hose. Sie wecken verzweifelt Jesus auf und der gibt ihnen erst mal einen Rüffel wegen ihrem Kleinglauben. Aber dann wendet er sich doch dem Sturm zu und stillt ihn mal kurz.

Bei der Geschichte muss ich immer an einen Jugendkreisabend vor vielen, vielen Jahren denken. Ein Mitarbeiter erzählte die Sturmstillung auf so fesselnde und lebendige Weise, dass ich heute noch davon beeindruckt bin. Er war jetzt nicht der riesige Erzähler, aber er hat es an diesem Abend auf ganz besonder Weise geschafft, diesen Bibeltext mit seinem Leben und mit dem Leben der Zuhörer in Beziehung zu setzen. Er hat ständig die Perspektiven gewechselt zwischen dem Sturm damals und den Stürmen in unseren Leben und in seinem eigenen Leben. Er hat uns die Wellen vor Augen gemalt – die Wellen damals und die Wellen in unserem Leben. Er hat uns die Angst der Jünger vermittelt und damit unsere eigene Angst angesprochen. Ich kam mir ein bisschen so vor, als ob ich selbst ein Jünger bin, der gerade mit Jesus in diesem Boot unterwegs ist. An diesem Abend hat dieser Text nicht nur meinen Verstand angesprochen, sondern mein Herz. Schade, dass das in dieser Intensität so selten geschieht…

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