Matthäus 8, 18-22 – Kompromisslos

Wieder mal eine Stelle an der deutlich wird, wie radikal und kompromisslos Jesus die Nachfolge gesehen hat. Einem Schriftgelehrten macht er deutlich, dass er für die Nachfolge seine gewohnte Sicherheit, sein festes Dach über dem Kopf aufgeben müsse. Und einem, der bereits ein Jünger war, erlaubte er nicht einmal mehr seinen Vater zu beerdigen, weil die Nachfolge wichtiger ist als alle familiäre Bindung und Verpflichtung.

Normalerweise machen wir es uns einfach und sagen: Wir können schon eine bequeme, warme Wohnung haben und in familiären Bindungen leben – aber wir müssen so leben, als ob uns das alles nicht bestimmen würde. „Haben als hätte man nicht.“ Man kann alles haben, aber man soll sich halt nicht davon bestimmen lassen und sein Herz dran hängen. Aber Jesus spricht hier nicht von einem „so tun als ob“, sondern er fordert konkreten Verzicht auf Sicherheit und soziale Bindungen.

Ich kann das nicht. Ich kann nicht so radikal und kompromisslos leben. Ich bin froh, ein Dach über dem Kopf zu haben (und noch so manche andere Segnungen unseres westlichen Wohlstandes) und mein Herz hängt an meiner Frau und meinen Kindern. Ich kann nicht so leben, als ob mir das alles nicht wichtig wäre. Ich glaube auch nicht, dass Jesus diese Kompromisslosigkeit von allen erwartet. Aber ich möchte mich von diesen Forderungen nicht fertig machen lassen, sondern kleine Schritte in diese Richtung gehen. Ich werde diese absolute Radikalität nie erreichen, aber ich möchte auf dem Weg dahin sein.

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