Matthäus 8, 14-17 – Er hat unsere Krankheit getragen

von windhauch

“Er hat unsere Schwachheit auf sich genommen, und unsere Krankheit hat er getragen.” (Jes.53,4) Bei diesem Jesaja-Zitat hab ich bis jetzt immer automatisch ans Kreuz gedacht. Jesus stirbt für uns und nimmt unsere Schwachheit auf sich. Diese Assoziation liegt natürlich nahe, weil bei Jesaja im Zusammenhang auch davon die Rede ist, dass wir durch seine Wunden geheilt sind und dass er war wie ein Schaf, das zur Schlachtbank geführt wurde.

Aber Matthäus stellt dieses Zitat in einen ganz anderen Zusammenhang: Jesus heilt das Fieber von Petrus Schwiegermutter und er macht all die Kranken gesund, die man zu ihm bringt. Es geht hier nicht um unsere ewige Erlösung von Schuld und Sünde, sondern um Heilung in diesem irdischen Leben. Schon lange vor Kreuz und Auferstehung ist Jesus der Gottesknecht, der unsere Krankheit trägt. Heil und Heilung gehören zusammen – Jesus will beides.

Allerdings finde ich das von Matthäus schon sehr optimistisch formuliert: Er “machte alle Kranken gesund”. Die Parallelstelle bei Markus klingt für mich da ehrlicher und realistischer (Mk.1,32-34): Man brachte alle Kranken und Besessenen zu ihm und er half vielen Kranken und trieb viele böse Geister aus.



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