Matthäus 6, 9-15 – Das vertraut-fremde Gebet

Achja, das Vaterunser – kein anderer Bibeltext ist mir so vertraut wie dieser. Seit vielen Jahren bete ich das regelmäßig im Gottesdienst. Selbst für mich, der ich mich schwer tue beim Auswendiglernen, kommen diese Worte wie selbstverständlich und ohne großes Nachdenken über die Lippen. Diese Worte haben sich ins Herz eingebrannt.

Nur manchmal wundere ich mich, wie fremd mir dieses Gebet trotzdem noch ist. Mit der ersten Zeile: Unser Vater im Himmel – da verbinde ich ja noch was damit. Das spricht meine Seele an. Aber dann: Dein Name werde geheiligt. Was heißt denn das konkret? Ich weiß, es gibt viele schlaue Auslegungen und Gedanken dazu. Aber diese Worte sind mir nicht unmittelbar zugänglich, es bleibt seltsam schwammig, was damit im Alltag für mich heute gemeint ist. Bei manchen anderen folgenden Formulierungen geht es mir dann ähnlich.

Und dann auch noch die Begründung, die Jesus bei Matthäus zu diesem Gebet anfügt: Wenn wir den Menschen nicht vergeben, dann vergibt Gott uns auch nicht (V.15)! Ist das für Jesus die Kernaussage des Vaterunsers?!? Seltsam, seltsam! Wenn man erst mal anfängt, sich über so manches selbstverständliche Gedanken zu machen, dann kommt man schon ins Grübeln…

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Foto: aboutpixel.de / yvi in prag © kim czuma
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