Matthäus 4, 1-11 – Wüstenerfahrungen

Immer wieder, wenn ich die Versuchungsgeschichte Jesu lese, stolpere ich darüber, dass Jesus „vom Geist in die Wüste geführt [wurde], damit er von dem Teufel versucht würde“. Nicht der Teufel lockt Jesus an den Ort der Versuchung, sondern der Geist schickt ihn dorthin! Und er schickt ihn nicht nur zum meditieren und fasten in die Wüste, sondern DAMIT er versucht wird! Gott schützt ihn nicht vor dem Teufel, sondern er stellt ihn durch den Teufel auf die Probe. Erst mal wird die Kraft Jesu durch Fasten geschwächt und dann darf der Teufel zuschlagen…

Wenn ich mich selbst so anschaue, dann hab ich ganz und gar keine Lust mich vom Teufel in die Wüste führen zu lassen. Ich möchte lieber ins gelobte Land geführt werden, in ein Land in dem Milch und Honig fließt. Ich möchte lieber ein Leben in Fülle, als mich in der Einöde halb zu Tode zu fasten und dann auch noch vom Teufel umsäuselt zu werden. Vielleicht hat es Gott deswegen manchmal so schwer, an mit zu arbeiten und mich zu verändern: Weil ich Angst vor den Bedrohungen und den Schmerzen der Veränderung habe. Denn bei Jesus war es ja so, dass diese Wüstenerfahrung ihn bereit gemacht hat für seinen Weg und seine Aufgabe. Wenn Gott uns für etwas besonderes bereit machen will, dann kann das auch durch solche Wüstenerfahrungen geschehen.

Und übrigens: Auch Israel hat das gelobte Land auch erst nach einer (ziemlich langen und zermürbenden) Wüstenerfahrung erreicht. Und selbst dann war nicht alles so rosarot, wie sie sich das erträumt hatten… 😉

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.