Matthäus 3, 1-12 – Johannes Haudrauf

Bin immer wieder fasziniert von Johannes dem Täufer. Scheint so ein richtiger Aussteiger gewesen zu sein, der so überhaupt nicht mit dem religiösen Establishment zu tun hatte. Zu diesem Establishment zähle ich mit auch selbst: Ich sitze hier schön gemütlich im warmen Büro vor meinen PC, hab Haus und Kinder und ein gutbürgerliches Leben. Der Johannes war draußen in der Wüste unterwegs, hatte einen Mantel aus Kamelhaar und ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig… Eine fremde Welt – und das nicht nur wegen der anderen Kultur und anderen Zeit.

Auch seine Botschaft ist ziemlich anders als unsere heutige Botschaft. Ich finds immer schrecklich, wenn Christen aufeinander eindreschen und sich gegenseitig den rechten Glauben absprechen. Aber Johannes tut genau das. Er spricht den Pharisäern und Sadduzäern den Glauben ab. Er fordert sie auf erst mal Buße zu tun. Genau die Personen, die damals als religiöse Anführer und Vorbilder galten. Interessant ist ja, dass da tatsächlich Pharisäer und Sadduzäer kommen, um sich von ihm taufen zu lassen! Warum kommen die? Warum gehen die nicht gleich auf Abstand zu diesem Außenseiter? Und warum nimmt Johannes ihr Interesse nicht positiv auf, sondern lässt sie eiskalt abblitzen?

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