Matthäus 28, 18-20 – Geht hin!

Zu dem sogenannten „Missionsbefehl“ Jesu (eigentlich ein schreckliches Wort: „Mission“ ist für viel Menschen negativ besetzt und „Befehl“ klingt auch nicht sehr ermutigend…) gäbe es sehr viel zu sagen und Klaus Douglass bringt auch einige gute Gedanken. Ich greife nur zwei Dinge heraus:

Douglass stellt eine „Gehet hin“-Kirche einer „Kommet her“-Kirche gegenüber. Er formuliert spitz: „Unsere Kirche wird heute nicht mehr durch den Begriff „Sendung“, sondern durch den Begriff der „Sitzung“ charakterisiert.“ (S.274) Er hat damit ja Recht, er hat sowas von Recht. Und doch merke ich bei mir einen Widerstand: Das hat man schon so oft gehört, das wurde einem schon so oft eingetrichtert – und in der Realität ändert sich halt doch nichts. Nicht nur bei den anderen, sondern auch bei mir selbst. Ist das sinnvoll, sich immer wieder nur ein schlechtes Gewissen zu machen, weil wir nicht hingehen, sondern nur auf die Leute warten? Muss man durch dieses Gegenüber das „Kommt her“ immer gleich völlig abwerten?

Seien wir ehrlich: Jede Gemeinde wird im wesentlichen ein „Kommt her“-Gemeinde bleiben. Das liegt schon am Charakter unserer Hauptveranstaltung: dem Gottesdienst. Der ist nun mal an einem zentralen Platz, zu dem alle herkommen müssen. Ich find es für mich hilfreicher innerhalb dieser „Kommt her“-Struktur mehr Punkte und Möglichkeiten zu finden, wie wir als Gemeinde wirklich hingehen können und wie wir das aus Freude und Begeisterung tun können, anstatt mit einem schlechten Gewissen.

Eine andere scharf formulierte Beobachtung von Douglass: „Bitte beachten wir, dass hier nicht nur steht „lehret sie“, sondern „lehret sie halten. In unserer kirchlichen Praxis wird das sehr oft verwechselt. […] Jesu Lehre zielt nicht in erster Linie auf Wissensvermittlung, sondern auf Lebensveränderung.“ (S. 277) Wow! Treffer! Versenkt!!!

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